@book{8799b16ad6984260a65f1f9ec00709cb,
title = "Chantal Akerman: Jeanne Dielman",
abstract = "{"}For the first time in 70 years the Sight and Sound poll has been topped by a film directed by a woman - and one that takes a consciously, radically feminist approach to cinema. Things will never be the same.{"} Laura MulveyIm Dezember 2022 wurde in der alle zehn Jahre stattfindenden Umfrage von Sight and Sound {\"u}berraschend Chantal Akermans {"}Jeanne Dielman{"} (1975) zum {"}besten Film aller Zeiten{"} gew{\"a}hlt. Mit ihren rituell ausgef{\"u}hrten, repetitiven Gesten produzieren die Figur Jeanne Dielman und ihre Darstellerin Delphine Seyrig nicht nur ein Bild von sich selbst - ein Bild, das jedem unterstellenden Blick standh{\"a}lt -, sondern machen auch ein in den Privatbereich abgeschobenes Arbeitsfeld {\"o}ffentlich: die unbezahlte, weil unzahlbare Haus- und Sorgearbeit. Durch eine einzigartige Verklammerung von Film(-arbeit) und Hausarbeit bildet {"}Jeanne Dielman{"} ein Bollwerk gegen die Kapitalisierung von Lebenszeit und erm{\"o}glicht im geteilten Kinoerlebnis den Fokus auf jene Dinge zu lenken, die den feinen und schlie{\ss}lich entscheidenden Unterschied machen. Insofern hat der Film nichts von seiner damaligen Schlagkraft eingeb{\"u}{\ss}t: {"}It felt as though there was a before and after Jeanne Dielman just as there had once been a before and an after Citizen Kane{"} (Laura Mulvey). Im Gegenteil: Die stille Revolution, die der Film anst{\"o}{\ss}t, scheint ihr volles Potenzial erst in der Zwischenzeit entwickelt zu haben.",
keywords = "Delphine Seyrig, Feministischer Film, gesellschaftskritischer Film, Sight and Sound",
author = "Eva Kuhn",
editor = "J{\"o}rn Glasenapp",
year = "2025",
language = "Deutsch",
isbn = "978-3-96707-997-5",
series = "Film|Lekt{\"u}ren",
publisher = "edition text+kritik",
address = "Deutschland",
}