@inbook{e1503701f3c44c858728ffef78d1d995,
title = "Vielf{\"a}ltige Partizipation oder Repr{\"a}sentation von Vielfalt in der Occupy-Bewegung?",
abstract = "Die Occupy-Bewegung hat als kritische Protestbewegung das Interesse vieler B{\"u}rger\_innen an politischer Partizipation (wieder) geweckt. Die Bewegung bezeichnet sich selbst als unprogrammatisch und Beteiligte lehnen es ab, mit einer Stimme zu sprechen, gleichzeitig formulieren sie einen sehr starken representative claim (Saward 2010) : „ We are the 99\%“. Sie beanspruchen also f{\"u}r fast alle Menschen dieser Welt zu sprechen und diese zu repr{\"a}sentieren. In diesem Beitrag soll es um die Frage gehen, wie Demokratie in einem sehr heterogenen Kontext m{\"o}glich sein kann. Diese Frage wird klassischerweise mit dem Argument liberaler Demokratietheorien beantwortet. Demokratie soll vor allem die Freiheit des Individuums sch{\"u}tzen und die Gleichheit aller B{\"u}rger\_innen herstellen. Vielf{\"a}ltige Werteorientierungen und Hintergr{\"u}nde werden nicht als strukturelle Merkmale ber{\"u}cksichtigt. Diese Konzeption wurde schon in vielerlei Hinsicht durch neuere Demokratietheorien kritisiert, wie den Arbeiten zu gesellschaftlicher Pluralit{\"a}t und Demokratie von Seyla Benhabib(Benhabib 1996) und Anne Phillips(Phillips 1996). Hier geht es beispielsweise um die Frage, ob Pluralit{\"a}t von Werten und Ideen innerhalb einer Zivilgesellschaft Probleme gleichberechtigter Kommunikation und demokratischer Partizipation hervorrufen kann(Benhabib 1996).Dementsprechend soll es in diesem Beitrag um das Verh{\"a}ltnis zwischen der Heterogenit{\"a}t innerhalb der Occupy-Bewegung und der Ausformung von Partizipations- und Repr{\"a}sentationsstrukturen gehen. Mithilfe der Durchf{\"u}hrung von Interviews mit Aktivist\_innen in der Occupy-Bewegung innerhalb einer qualitativen Fallstudie k{\"o}nnen die theoretischen Vor{\"u}berlegungen neu {\"u}berdacht werden. Erste Erkenntnisse aus den nterviewdaten sollen vorgestellt werden. Die Occupy-Bewegung, wie auch schon andere Protestbewegungen zuvor, bewegt sich im Spannungsfeld zwischen nicht-hierarchischer Partizipation aller und der Notwendigkeit von Repr{\"a}sentation von Abwesenden. Wie wirkt sich eine so diverse Bewegungsidentit{\"a}t auf die M{\"o}glichkeiten demokratischer Entscheidungsfindung aus? In R{\"u}ckgriff auf die qualitativen Interviews soll hier eine vorl{\"a}ufige Analyse des Verh{\"a}ltnisses von (Werte-)vielfalt und Demokratie innerhab der Occupy-Bewegung erfolgen.",
keywords = "Politikwissenschaft",
author = "Henrike Knappe",
year = "2012",
language = "Deutsch",
isbn = "978-3-593-50082-9",
pages = "325",
editor = "Ludger Pries",
booktitle = "Vielfalt und Zusammenhalt",
publisher = "Deutsche Gesellschaft f{\"u}r Soziologie",
address = "Deutschland",
note = "36. Kongresses der Deutschen Gesellschaft f{\"u}r Soziologie - DSG 2012 : Vielfalt und Zusammenhalt, DSG ; Conference date: 01-10-2012 Through 05-10-2012",
url = "https://soziologieblog.hypotheses.org/2795",
}