Zur Hauptnavigation wechseln Zur Suche wechseln Zum Hauptinhalt wechseln

Schalenwild breitet Gefäßpflanzen in der mitteleuropäischen Kulturlandschaft aus: ein erster Überblick

  • Thilo Heinken
  • , Goddert Oheimb
  • , Marcus Schmidt
  • , Wolf-Ulrich Kriebitzsch
  • , Hermann Ellenberg

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenZeitschriftenaufsätzeForschung

    Abstract

    Im Norddeutschen Tiefland wurde die Ausbreitung von Gefäßpflanzen durch Rehe, Dam- und Rothirsche sowie Wildschweine untersucht. Diese Tiere transportieren zahlreiche Pflanzenarten in teilweise erheblichen Mengen über größere Distanzen, sowohl durch den Kot nach Darmpassage (Endozoochorie) als auch durch Anheftung an Fell und Schalen (Epizoochorie). Besondere Bedeutung kommt dabei Wildschweinen zu, die potenziell fast alle Pflanzenarten ausbreiten können. Bevorzugt werden im Wald wie im Offenland vorkommende Pflanzen und Arten des Offenlands ausgebreitet, während Arten mit enger Waldbindung nur in geringem Maße transportiert werden. Zoochorie durch Schalenwild bietet Erklärungsansätze sowohl für Ausbreitungsphänomene wie auch für das weitgehend fehlende Ausbreitungspotenzial vieler Pflanzenarten. Der Einfluss des Schalenwilds auf die Artenzusammensetzung und Gefäßpflanzen-Diversität in der mitteleuropäischen Kulturlandschaft sollte in seine naturschutzfachliche Neubewertung miteinbezogen werden. Die Einschränkung von Aktionsradien der Tiere durch die Zerschneidung von Lebensräumen sowie die Wildfütterung können für Ausbreitungsprozesse bisher kaum beachtete Konsequenzen haben.zeige weniger
    The dispersal of vascular plants by roe deer, fallow deer, reed deer and wild boar was studied in the lowlands of northern Germany. Hoofed game species transport numerous plant species - partially in large amounts - over relatively long distances, both by faeces after gut passage (endozoochory) and by adhesion to coats and hooves (epizoochory). Wild boar are of particular importance as they potentially disperse almost all plant species. Species occurring both in forests and the open landscape as well as species of the open landscape are preferentially dispersed, while species restricted to forests are only transported to a minor degree. Patterns of zoochory by hoofed game provide explanations for dispersal phenomena and for the low dispersal potential of many plant species. Hoofed game's influence on species composition and phytodiversity in the Central European cultural landscape needs to be re-assessed in terms of its nature conservation relevance. The reduction of home ranges by habitat dissection and the feeding of game animals may have consequences for dispersal processes that have been underestimated until now.
    OriginalspracheDeutsch
    ZeitschriftNatur und Landschaft
    Jahrgang80
    Ausgabenummer4
    Seiten (von - bis)141-147
    Seitenumfang7
    ISSN0028-0615
    PublikationsstatusErschienen - 2005

    Bibliographische Notiz

    Literaturverz. S. 146 - 147

    Fachgebiete und Schlagwörter

    • Biologie
    • Ökosystemforschung

    ASJC Scopus Sachgebiete

    • Natur- und Landschaftsschutz

    Dieses zitieren