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Oscar Fraas’ unzeitgemäße Geschichte der Urwelt (1866): Vom Problem, Erdgeschichte und Menschheitsgeschichte zusammenzubringen

Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in SammelwerkenForschungBegutachtung

Abstract

1866 veröffentlichte der am Königlichen Naturalien-Cabinet zu Stuttgart tätige Oscar Fraas Vor der Sündfluth! Eine Geschichte der Urwelt. Zu einem Zeitpunkt, an dem sich eine grundlegende Zäsur zwischen Ur- und Jetztwelt
zwar noch in zahlreichen Erdgeschichten fand, gleichzeitig aber diese Zäsur durch Funde menschlicher Spuren in ,urweltlichen‘ Ablagerungsschichten zusehends in Frage gestellt wurde, griff Fraas auf das in der Geologie im
Verschwinden begriffene Konzept der Sintflut zurück, um zwischen der Jetztwelt und der Urwelt eine Grenze einzuziehen und die Geschichte der letzteren zu erzählen. Um diesen unzeitgemäßen Rückgriff zu verstehen, zeichnet dieser Beitrag die Ideengeschichte des Sintflutdenkens nach und zeigt, wie Fraas an dieses anknüpft, während er es zugleich aktualisiert. Abschließend sucht er eine Antwort auf die Frage, ob Fraas’ Geschichte der Urwelt durch diesen Rückgriff selbst ein ‚vorsintflutliches‘, d. h. völlig veraltetes und ganz und gar unzeitgemäßes Unterfangen war, oder ob es in Anlehnung an Friedrich Nietzsche ‚unzeitgemäß‘ in dem Sinne war, als es zu Gunsten einer kommenden, nämlich der unseren, der anthropozänen Zeit wirkte, indem es Erdgeschichte und Menschheitsgeschichte zusammenzubringen suchte.
OriginalspracheDeutsch
TitelTexturen der ‚Vorwelt‘ : Darstellungsmuster und Wissensordnungen vom späten 18. bis zum späten 19. Jahrhundert
Redakteure/-innenNorman Kasper
Seitenumfang15
ErscheinungsortStuttgart
Herausgeber (Verlag)Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart
Erscheinungsdatum2025
Seiten45-59
ISBN (Print)978-3-8047-4631-2
DOIs
PublikationsstatusErschienen - 2025

Fachgebiete und Schlagwörter

  • Kulturwissenschaften allg.
  • Geschichtswissenschaft

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