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Mit Apps gegen den Tinnitus? Ein systematisches Review zu Qualität, Interventionselementen und Techniken der Verhaltensänderung

  • Alina Rinn*
  • , Sandy Hannibal
  • , Sarah Goetsch
  • , Cornelia Weise
  • , Dirk Lehr
  • *Korrespondierende/r Autor/-in für diese Arbeit

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenZeitschriftenaufsätzeForschungBegutachtung

    1 Zitat (Scopus)

    Abstract

    Hintergrund

    Über App-Stores werden Applikationen (Apps) für Tinnitusbetroffene angeboten und versprechen schnelle Hilfe gegen die Ohrgeräusche. Für Betroffene und Behandelnde ist es jedoch gleichermaßen schwierig, deren Qualität, Potenziale oder Risiken einzuschätzen. Ziel dieser Studie war es, eine Übersicht zu deutschsprachigen Tinnitus-Apps zu erstellen und damit eine Orientierung für Forschung und Versorgung zu geben.
    Methoden

    Es wurde eine systematische Recherche (November 2020–April 2021) in den umsatzstärksten Stores (Google Play Store und Apple App Store) durchgeführt. Spezifisch für Tinnitus entwickelte Apps wurden von unabhängigen Wissenschaftlerinnen multiperspektivisch bewertet: (a) ein Qualitäts-Screening erfolgte anhand der deutschen Version der Mobile App Rating Scale (MARS-G), (b) Interventionselemente wurden mittels neu entwickelten Kategoriensystems und (c) implementierte Strategien für aktives Tinnitus-Management anhand von Techniken der Verhaltensänderung (Behavior Change Techniques, BCTs) analysiert.
    Ergebnisse

    Die Suche ergab 1073 Apps, wobei 21 Apps in die Analyse eingingen. Die Apps wiesen nach MARS‑G eine mittlere Qualität auf (M = 3,37; SD = 0,39). Die meisten Apps boten Geräusche (n = 18) und Informationen (n = 9) an oder erfassten Charakteristika des Tinnitus (n = 13). 24 der 93 BCTs wurden mindestens einmal identifiziert. Nur eine App wurde in nicht-randomisierten Studien evaluiert.
    Diskussion

    Wenngleich eine Vielzahl von Apps vorliegt, fokussiert die Mehrzahl auf wenige Elemente (z. B. Geräusche und Informationen). Das Potenzial, über die Apps wichtige, evidenzbasierte Inhalte zur Tinnitusbewältigung zu vermitteln, wird damit nicht ausgeschöpft. Die multiperspektivische Evaluation zeigt Verbesserungspotenzial für Tinnitus-Apps auf.
    Titel in ÜbersetzungApps for tinnitus? A systematic review on quality, intervention components, and behavior change techniques
    OriginalspracheDeutsch
    ZeitschriftBundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz
    Jahrgang67
    Ausgabenummer2
    Seiten (von - bis)203-214
    Seitenumfang12
    ISSN1436-9990
    DOIs
    PublikationsstatusErschienen - 02.2024

    Bibliographische Notiz

    Publisher Copyright:
    © 2023, The Author(s).

    UN SDGs

    Dieser Output leistet einen Beitrag zu folgendem(n) Ziel(en) für nachhaltige Entwicklung

    1. SDG 3 – Gute Gesundheit und Wohlergehen
      SDG 3 – Gute Gesundheit und Wohlergehen

    Fachgebiete und Schlagwörter

    • Behavior change techniques
    • Internet-based interventions
    • Intervention components
    • Smartphone apps
    • Tinnitus
    • Gesundheitswissenschaften
    • Psychologie

    ASJC Scopus Sachgebiete

    • Öffentliche Gesundheit, Umwelt- und Arbeitsmedizin

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