Projektdetails
Beschreibung
Der weltweite Bedarf an Rohstoffen und Agrarprodukten führt zu nicht-nachhaltigen Folgen für Arbeitsbedingungen und Umwelt vor allem in Ländern des Globalen Südens. Bisherige Bemühungen dies zu ändern waren überwiegend auf Selbststeuerung durch die Wirtschaft in Form von freiwilligen Zertifizierungssystemen und Auditierungsprozessen beschränkt.
Erst seit Mitte der 2010er Jahre wurden in Europa erste verbindliche Regulierungen zur Nachhaltigkeit globaler Wertschöpfungsketten erlassen. Beispiele umfassen die 2017 erlassene französische Loi de Vigilance, das 2023 in Kraft getretene deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) sowie den 2022 vorgelegten Entwurf für eine EU-Lieferkettenrichtlinie (Corporate Sustainability Due Diligence Directive). Die Folgen solcher Regulierungen sind noch weitgehend unerforscht: für die betroffenen Unternehmen, die Governancestrukturen globaler Wertschöpfungsketten, die Innovationsfreundlichkeit und Technologiesouveränität, die Interaktionen mit privatwirtschaftlichen Standards und internationalem Recht, sowie vor allem in Bezug auf die Nachhaltigkeit in den Produktionsländern, aber auch hierzulande. Aufgrund ihrer Komplexität und ihrer enormen geographischen Ausdehnungen stellen globale Wertschöpfungsketten (Global Value
Chains – GVC) eine besondere Herausforderung für die Nachhaltigkeitsgovernance (NG) dar.
Die Hauptmotivation für den vorgeschlagenen Wissenschaftsraum (WR) liegt in der strategischen Erschließung dieses an gesellschaftlicher Brisanz und wissenschaftlicher Relevanz gewinnenden Themenfeldes durch die interdisziplinäre Bündelung der unterschiedlichen Kompetenzen der drei niedersächsischen Universitäten Lüneburg (im Lead), Oldenburg sowie Osnabrück mit einer Kooperationsbeziehung in die Metropolregion Hamburg zum dortigen Leibniz Institut for Global and Area Studies (GIGA). Ziele des WR sind, basierend auf bestehenden Kooperationsbeziehungen, der Aufbau exzellenter Forschung und die Vorbereitung eines Antrags auf ein koordiniertes DFG-Format, Ableitung von Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft, Entwicklung übergreifender Lehrangebote sowie Weiterbildungsangebote für Unternehmen, Behörden und freie Berufe. Dazu gilt es, die Wirkungen, Potenziale und Grenzen der NG von GVC zu verstehen, indem sozio-technische Umsetzungsmöglichkeiten und tatsächliche Auswirkungen von Lieferkettengesetzen und verwandten Regelungen analysiert und alternative Design-Vorschläge erarbeitet werden. Damit ergänzt dieser WR die technisch orientierte Forschung zum Produktionsmanagement am Institut für Fabrikanalagen und Logistik an der Leibniz Universität in Hannover.
Erst seit Mitte der 2010er Jahre wurden in Europa erste verbindliche Regulierungen zur Nachhaltigkeit globaler Wertschöpfungsketten erlassen. Beispiele umfassen die 2017 erlassene französische Loi de Vigilance, das 2023 in Kraft getretene deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) sowie den 2022 vorgelegten Entwurf für eine EU-Lieferkettenrichtlinie (Corporate Sustainability Due Diligence Directive). Die Folgen solcher Regulierungen sind noch weitgehend unerforscht: für die betroffenen Unternehmen, die Governancestrukturen globaler Wertschöpfungsketten, die Innovationsfreundlichkeit und Technologiesouveränität, die Interaktionen mit privatwirtschaftlichen Standards und internationalem Recht, sowie vor allem in Bezug auf die Nachhaltigkeit in den Produktionsländern, aber auch hierzulande. Aufgrund ihrer Komplexität und ihrer enormen geographischen Ausdehnungen stellen globale Wertschöpfungsketten (Global Value
Chains – GVC) eine besondere Herausforderung für die Nachhaltigkeitsgovernance (NG) dar.
Die Hauptmotivation für den vorgeschlagenen Wissenschaftsraum (WR) liegt in der strategischen Erschließung dieses an gesellschaftlicher Brisanz und wissenschaftlicher Relevanz gewinnenden Themenfeldes durch die interdisziplinäre Bündelung der unterschiedlichen Kompetenzen der drei niedersächsischen Universitäten Lüneburg (im Lead), Oldenburg sowie Osnabrück mit einer Kooperationsbeziehung in die Metropolregion Hamburg zum dortigen Leibniz Institut for Global and Area Studies (GIGA). Ziele des WR sind, basierend auf bestehenden Kooperationsbeziehungen, der Aufbau exzellenter Forschung und die Vorbereitung eines Antrags auf ein koordiniertes DFG-Format, Ableitung von Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft, Entwicklung übergreifender Lehrangebote sowie Weiterbildungsangebote für Unternehmen, Behörden und freie Berufe. Dazu gilt es, die Wirkungen, Potenziale und Grenzen der NG von GVC zu verstehen, indem sozio-technische Umsetzungsmöglichkeiten und tatsächliche Auswirkungen von Lieferkettengesetzen und verwandten Regelungen analysiert und alternative Design-Vorschläge erarbeitet werden. Damit ergänzt dieser WR die technisch orientierte Forschung zum Produktionsmanagement am Institut für Fabrikanalagen und Logistik an der Leibniz Universität in Hannover.
| Kurztitel | Sustainability Governance of Global Value Chains |
|---|---|
| Akronym | Go-Chains |
| Status | Laufend |
| Zeitraum | 01.08.24 → 31.07.28 |
Projektbeteiligte
- Leuphana Universität Lüneburg (Leitung)
- Universität Osnabrück
- Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
- Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien
Förderorganisation
- Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung
2015 einigten sich UN-Mitgliedstaaten auf 17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) zur Beendigung der Armut, zum Schutz des Planeten und zur Förderung des allgemeinen Wohlstands. Die Arbeit dieses Projekts leistet einen Beitrag zu folgendem(n) SDG(s):
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SDG 3 – Gute Gesundheit und Wohlergehen
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SDG 6 – Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen
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SDG 8 – Anständige Arbeitsbedingungen und wirtschaftliches Wachstum
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SDG 10 – Weniger Ungleichheiten
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SDG 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinschaften
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SDG 12 – Verantwortungsvoller Konsum und Produktion
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SDG 14 – Lebensraum Wasser
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SDG 15 – Lebensraum Land
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SDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
Fingerprint
Erkunden Sie die Forschungsthemen, die von diesem Projekt angesprochen werden. Diese Bezeichnungen werden den ihnen zugrunde liegenden Bewilligungen/Fördermitteln entsprechend generiert. Zusammen bilden sie einen einzigartigen Fingerprint.