Partizipation in Organisationskulturen der Heimerziehung

Projekt: Forschung

Projektdetails

Beschreibung

Thesen und Ziele

Während Partizipation in der Heimerziehung als professionelle Leitmaxime anerkannt ist, belegen Studien im nationalen und internationalen Bereich deutliche Barrieren und Hemmnisse der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Bezug auf die Gestaltung des Alltags in Wohngruppen und in Bezug auf die Mitwirkung am Hilfeprozess. Bisherige Studien verweisen zugleich auf die Wirkmächtigkeit der Organisationskultur in der Gestaltung und Umsetzung von Partizipationsprozessen im Alltag. Die Erkenntnisse bilden die Grundlage für die These, dass auf der programmatischen Ebene Partizipation in der Heimerziehung als professionelle Leitmaxime anerkannt ist, während auf der Ebene alltäglicher Erziehungs- und Bildungspraktiken implizite und explizite hegemoniale Ordnungen eine Beteiligung der Kinder und Jugendlichen deutlich erschweren können. Diese These wird im geplanten Projekt untersucht.
Dabei gilt insbesondere für die deutsche Heimerziehung, dass zur Sicherung der Rechte von Kindern und Jugendlichen Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren in den Einrichtungen realisiert werden sollen.

Ziel des Projekts ist daher die Rekonstruktion von Partizipations- und Beschwerdeprozessen in den Organisationskulturen der Wohngruppen stationärer Erziehungshilfen.

Es ergeben sich folgende Teilziele: Sie umfassen einerseits die Rekonstruktionen Partizipations- und Beschwerdeprozessen sowie Schutzfunktionen. Andererseits werden implizite und explizite generationale und hegemoniale Ordnungen untersucht, die einen wesentlichen Einfluss auf die Umsetzung und Gestaltung von Partizipation in den Einrichtungen nehmen.

a) Organisationskulturen
- Typenbildung von Organisationskulturen stationärer Erziehungsbildung
- Theoretische und empirische Rekonstruktion von Beschwerdeprozessen
- Analyse der in formellen und informellen Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren verlaufenden Interaktionen und Konfliktdynamiken zwischen Jugendlichen und Fachkräften sowie der Jugendlichen untereinander
- Untersuchung möglicher Schutzfunktionen formeller Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren

b) generationale und hegemoniale Ordnungen
- Rekonstruktion impliziter generationaler und hegemonialer Ordnungen zwischen Jugendlichen und Fachkräften im Hinblick auf die in den Einrichtungen verlaufenden Partizipations- und Beschwerdeprozessen
StatusAbgeschlossen
Zeitraum01.10.1931.12.22

Förderorganisation

  • Deutsche Forschungsgemeinschaft

Fingerprint

Erkunden Sie die Forschungsthemen, die von diesem Projekt angesprochen werden. Diese Bezeichnungen werden den ihnen zugrunde liegenden Bewilligungen/Fördermitteln entsprechend generiert. Zusammen bilden sie einen einzigartigen Fingerprint.
  • Conclusions

    Equit, C., Finckh, A. & Thomas, E., 15.07.2024, Participation in Residential Childcare: Safeguarding children's rights through participation and complaint procedures. Equit, C. (Hrsg.). Verlag Babara Budrich, S. 243-253 11 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in SammelwerkenForschungBegutachtung

    Open Access
  • Organizational Idiocultures in Residential Group Care: Key Results from the Study

    Equit, C., Finckh, A. & Thomas, E., 15.07.2024, Participation in Residential Childcare: Safeguarding children's rights through participation and complaint procedures. Equit, C. (Hrsg.). Opladen: Verlag Babara Budrich, S. 21-40 20 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in SammelwerkenForschungBegutachtung

    Open Access
  • Organizational Power Dynamics in Residential Group Care as Key Drivers for Safeguarding Children’s Rights

    Equit, C. (Herausgeber*in), 15.07.2024, Participation in Residential Childcare: Safeguarding children’s rights through participation and complaint procedures. Equit, C. (Hrsg.). Opladen: Verlag Babara Budrich, S. 93-114 22 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in SammelwerkenForschungBegutachtung

    Open Access