Tagung "Fußball und Fans. Wissenschaftliche Perspektiven" 2012

  • Martin Winands (Sprecher*in)

Aktivität: Wissenschaftliche und künstlerische VeranstaltungenKonferenzenForschung

Beschreibung

Fußball und Diskriminierung

Die soziale Ausgrenzung und Abwertung von Personen und Gruppen im Fußball hat eine lange Geschichte. Noch bis Ende des vergangenen Jahrtausends gehörten menschenfeindliche Abwertungen zum akzeptierten ‚Ton’ in vielen Stadion. Ein Teil dieser Geschichte hat sich scheinbar tradiert. Allerdings hat die zunehmende gesellschaftliche Bedeutung und Professionalisierung des Fußballs auch zu einer Problematisierung und Politisierung des Rassismus im Fußball geführt. Nach den Übergriffen und Diskriminierungen von SpielerInnen und Fans, die scheinbar nicht der Ingroup angehören, stieg die Motivation und das Engagement, die Facetten einer Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit zu bekämpfen. Zugleich zog ein neues Kontrollparadigma ein, das sich in verschärften Sicherheitsmaßnamen, alternativen strafrechtlichem und sozialen Kontrollmaßnahmen manifestiert. Ziel ist die Suppression aller Formen der Diskriminierung. Der Vortrag wird einen kurzen Überblick über die Geschichte der Diskriminierung im Fußball geben. Auf der Grundlage von eigenen Diskriminierungsstudien soll diskutiert werden, wie es um menschenfeindliche Mentalitätsbestände in der Mitte der Gesellschaft steht, die die soziale Diskriminierung im Fußball erklären können. Hierbei ist auch auf die Differenz zwischen Profiligen und dem Amateurfußball zu achten. Wie sind die massiven und gewalttägigen ethnisch-kulturellen Konflikten zu erklären? Nicht zuletzt muss auch die Frage nach Formen institutioneller Diskriminierung gestellt werden. In einer umfassenden Studie von Sportgerichtsurteilen haben wir festgestellt, dass sog. ‚ethisch andere‘ Spieler bei Verstößen härter bestraft werden. Die Diskussion über das Wechselspiel zwischen gesellschaftlicher und fußballspezifischer Stereotypisierung, Abwertung und Diskriminierungen ist unseres Erachtens ein guter Anlass über Präventions- und Interventionsmaßnahmen nachzudenken.

gemeinsame mit Andreas Zick (Bielefeld)
Zeitraum12.12.201213.12.2012
VeranstaltungstypKonferenz
Organisator/-inRuhr-Universität Bochum
SponsorRuhr-Universität Bochum
OrtRuhr-Universität Bochum, DeutschlandAuf Karte anzeigen
BekanntheitsgradNational

Fachgebiete und Schlagwörter

  • Transdisziplinäre Studien